Frontalangriff auf Ehe und Familie

Von Daniel Regli, Gemeinderat, Zürich Im Mittelpunkt eines soeben aus der Feder des regelmässigen «Schweizerzeit»- Mitarbeiters Daniel Regli erschienenen neuen Buches steht Zürichs Kultur-Infarkt. Er äussert sich nicht bloss in seltsamen «Kultur-Leistungen». Auch Zürichs Kinder, Objekte staatlich geförderter «Sexualerziehung», sind Opfer dieses Kultur-Infarkts.

Der Kampf gegen die traditionelle Ehe und Familie wird heute vor allem von der staatlich geförderten Lesbo-, Gay-, Bi- und Transsex-Community (LGBT) geführt. Unlängst hat die Zürcher Stadtverwaltung einen neuen Buchstaben in die Kurzbezeichnung aufgenommen. Die Gruppe heisst nun LGBTI, weil auch die «Intersexuellen» dazu genommen wurden, von denen es in der Stadt Zürich auch noch ein paar hat.

Kind der Achtundsechziger

Angefangen hat LGBTI natürlich ebenfalls in der 68er-Bewegung mit Simone de Beauvoir (1908-1986), Herbert Marcuse (1898-1979) und dem Christopher Street Day (1969). Die toxischen Wurzeln der sexuellen Beliebigkeit reichen jedoch weiter zurück zu den beiden Vätern der «Sexuellen Revolution, dem Marxisten Wilhelm Reichi (1897-1957) und dem Sado/Masochisten Alfred C. Kinsey (1894-1956).

Wenn ich von toxischen Wurzeln schreibe, ist es klar, dass wir uns wieder im Infarkt-befallenen Gewebe der Zürcher Gesellschaft befinden. Im Unterschied zu Dada und Rietberg ist dieser Infarkt jedoch nicht bestrebt, sich zu verstecken. Ganz im Gegenteil. Die eiternde, übelriechende Wunde wird vor der ganzen Gesellschaft ausgebreitet. Die LGBTIs wollen endlich gleichberechtigt und gesellschaftlich gewürdigt sein. Was über Jahrhunderte als psychische Krankheit, Identitätskrise oder Sünde taxiert wurde, soll nun von der Gesellschaft als normal und gut akzeptiert werden. Und wehe demjenigen, dem unachtsam ein abschätziges Grinsen entweicht! Er riskiert maximal eine Klage beim Europäischen Gerichtshof fiir Menschenrechte.

Es handelt sich also einmal mehr um einen nivellierenden Kultur-Infarkt, der die Unterscheidung in Richtig und Falsch, in Gut und Böse, nicht ertragen kann. Man bewertet Exzellenz wie billige Beliebigkeit. Für die Anarchos gibt es nur eine legitime Moral: Die der eigenen Lust und des eigenen Willens. Ihre Definition von Familie ist uferlos: Wo Erwachsene und Kinder zusammen sind, da ist Familie. Ob die Erwachsenen hetero, homo oder trans sind, ist völlig egal. Ist ja alles gleichbedeutend und gleichwertig. Völlig klar, dass die LGBTI-Lobby auch das Zeugungs- und Adoptionsrecht für alle sexuellen Spielarten verlangt.

Die nächsten Gruppierungen, deren sexuelle Verirrungen ebenfalls in den Stand der Familie erhoben werden sollen, stehen wohl schon draussen vor der Tür. Aus 68er-Perspektive ist es nicht einzusehen, warum den Sado/Masos, den Pädophilen und den Zoophilen das gesellschaftliche Prädikat vorenthalten werden sollte.

Persönlich muss ich es nicht wissen, ob eine Frau mit einer Frau zusammenlebt. Oder ob ein Mann findet, er sei eine Frau und das Schnäbi müsse weg. Solche Personen tun mir leid, weil ihre Identität von einer seelischen Störung in Unruhe versetzt wird. Das ist zwar traurig. Aber die Leute sind erwachsen. Sie dürfen selber entscheiden, ob sie aus ihrem Leben das Optimum herausholen wollen, oder ob sie sich mit weniger zufrieden geben. Es steht ihnen frei, ihren Weg unbeirrt weiterzugehen oder sich helfen zu lassen.

Jedoch finde ich es voll ätzend, dass diese Leute ihre sexuelle Volatilität vor der ganzen Gesellschaft ausbreiten müssen. Zudem kommt es einer Kampfansage gleich, dass die LGBTIs alles daransetzen, unsere Kinder in Kindergärten und Schulen von den Vorzügen ihrer Lebensentwürfe zu überzeugen. Dieses Fass ist längst übergelaufen. So wehren sich Elternlobbys und christliche Kreise in den letzten Jahren vehement gegen die manipulative Sexualisierung von Kindern. Erst gerade, im Juni 2013, musste das Kompetenzzentrum «amorix» der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz seinen Betrieb einstellen. Die Zielsetzung der «Fachstelle» sowie die fragwürdige Finanzierung durch das Bundesamt für Gesundheit hatten zu massivem öffentlichem Protest geführt.

Dass LGBTI usw. auch die Zürcher Kinder für ihr Anliegen gewinnen wollen, ist kein Geheimnis. Deutlich und offen liegen ihre Ab s ichten vor. Jüngst im Antwortschreiben des Stadtrats auf das Postulat von Peider Filli (Grüne) betreffend der Fachstelle für Schwule und Lesben, datiert vom 20. März 2013. Der begleitende Bericht «Mandatserweiterung der Fachstelle für Gleichstellung auf Themen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität » spricht Bände. Redundant äussert die Lobby »- den Wunsch, in Schulen über die Lebensführung der LGBTI-Menschen zu unterrichten.

Sexuelle Beliebigkeit

Total fair! Die konservative Familienmoral wurde aus den Klassenzimmern verdrängt, um den Kindern sexueller Beliebigkeit Tür und Tor zu öffnen. Unsere Kinder sollen nun also lernen, dass eine auf Ergänzung angelegte, treue, lebenslang glückliche ‘- Ehe denselben Respekt verdient, wie eine sexuelle Partnerschaft zwischen Homos und Lesben. Die Knirpse sollen lernen, dass eine gedeihende Familie denselben Stellenwert hat wie flüchtiges Patchwork, Einelternfamilien oder gleichgeschlechtliche Regenbogenfamilien.

Das passt in unsere Zeit! Es wird nivelliert auf Teufel komm raus. Liebe und Promiskuität werden einander gleichgestellt. Gesunde Identität und psy- 4 chotischer Borderline werden als gleichwertig angepriesen. Natürlich müssen die schlimmsten Realitäten auch hier ausgeblendet werden. Sonst würde der Schwindel ja auffliegen. So werden Kinder in den Schulen nicht über die tragischen Schattenseiten der frei gewählten sexuellen Laufbahnen orientiert. Längst sind z.B. erhöhte Morbidität, Suchtanfälligkeit und Suizidalität im Homomilieu wissenschaftlich erwiesen. Längst weiss man um die exzessive Promiskuität und die daraus resultierende Einsamkeit vieler Homos. Und wer bereitet die Kinder darauf vor, wenn sie als Transsexuelle auch im «neuen» Geschlecht keine Heimat finden?

Was hier abläuft ist Verstörung der Kinder. Und sie wird munter betrieben! Immer öfters bilden die Massenmedien die frei fliessende Geschlechtlichkeit der Menschen ab. Frauen mit einem geschminkten Bart. Oder die hochschwangere «Frau» .6 aus den USA mit Männergesicht und richtigem Bart. Oder die toupierten «Männer» mit Stöckelschuhen und Federboa. In peppigen Fernsehserien für die ganze Familie wird LGBTI usw. frei Haus geliefert. Kürzlich wurde ein Fall aus Deutschland publik, dass Eltern sich wegen des Lehrers ihrer Kinder beschwerten. Der Mann kam eines Nachmittags plötzlich in Frauenkleidern zum Unterricht. Seine frei fliessende Sexualität hatte sich über die Mittagszeit heftig verändert und nach einem femininen Coming-out verlangt!

Daniel Regli 11′

Das Buch Der Schwerpunkt-Artikel über die Sexualisierung der Kindheit entstammt Daniel Reglis soeben erschienenem neuem Buch «Dada, Rietberg und der Zürcher Kultur-Infarkt». Dieses Buch nimmt unerschrocken Stellung zu irrlichternden Entwicklungen in der Zürcher Kulturszene einerseits, zu unter kulturellem Deckmantel erfolgenden Frontalangriffen auf die traditionelle Ehe und Familie andererseits.

«Ein Kind ist kein sexuelles Wesen»! 

Es ist in der Tat so, dass eine kindliche Sexualität existiert, nur werden gemäss der modernen Psychoanalyse und Bindungstheorie die Bedeutung der Sexualität relativiert und die Wichtigkeit nicht sexueller Bedürfnisse für den Verlauf der Entwicklung hervorgehoben. Der Sexualkundeunterricht im Kindergarten erfolgt in einem zu frühen Alter, ausserdem wäre entsprechend geschulte Handlungskompetenz für die Lehrpersonen nötig (wie soll das so kurzfristig erfolgen?). Und zu Beginn der Primarschule wie der Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud, auch entdeckt hat unterliegen die Kinder der Latenzphase, das heisst: Interesse an Sexualität vollziehen die Kinder nach eigenen Regeln der Exploration, und da sollten eben die Erwachsenen auch nicht mit Übereifer hinein-erziehen. So spricht doch alles gegen den zu frühen Sexualkundeunterricht.

Mirjam Gabutti, Riehen
Leserbrief: Die kindliche Sexualität; BaZ 21./27.8.13 

Eltern wollen Fall weiterziehen

Basel. Mit dem Entscheid des Appellationsgerichtes Basel-Stadt von vergangener Woche wird die Sache «Sexbox» nicht ad acta gelegt. Ein Basler Elternpaar fasst ins Auge, das Bundesgericht anzurufen. Im Interview mit der BaZ erklären Ulrike und Andreas Walker, warum sie sich vom Staat in ihren Rechten beschnitten fühlen und welche problematischen Annahmen ihrer Meinung nach dem neuen Sexualkundemodell zugrunde liegen. Für besonders stossend halten sie die Geschichte dieser Vorstellungen. Begriffe wie «Sexualität des Kindes» seien von Pädophilen geprägt worden, die so im Zuge der «sexuellen Revolution» ihre Neigungen verschleiert hätten. hws

Ein Basler Elternpaar will weiter gegen staatlich diktierten Sexualkundeunterricht vorgehen.«Die Auffassungen der Eltern werden verdrängt.» Ulrike und Andreas M. Walker sind die Eltern von vier schulpflichtigen, Kindern und sammeln Unterschriften für eine nationale Initiative gegen das Sexualkunde-Obligatorium. Foto MIchael Koller, Von Mischa Hauswirth, Basel. Das Ehepaar Ulrike Walker (48), und Andreas M. Walker (48) aus dem, Gellert-Quartier pocht auf sein Recht, Eltern sein zu dürfen und will nicht, dass Staat und Schule den Kindern im, Kindsgi und den ersten Primarklassen, ihr Weltbild von Sexualität aufzwingen, darf. Doch genau das ist seit einer, Woche der Fall. Die Eltern blitzten mit, ihrem Rekurs vor dem Appellationsgericht, Basel-Stadt ab. Im Gespräch mit, der BaZ erklären die beiden,  um was, es ihnen geht,  warum sie der aktuellen, Sexualpädagogik misstrauen und, warum der Kampf noch nicht zu Ende, ist., BaZ: Befürworter des neuen Sexualkundeunterrichts, halten Sie für konservativ , und fortschrittsfeindlich. Was sagen Sie, zu diesen Vorwürfen?

Andreas Walker: Die Befürworter, argumentieren schablonenhaft und, schrecken vor Propaganda nicht zurück.,

Wäre eine Kombination zwischen einer, Sexualkunde durch die Eltern und der, Schule nicht denkbar?

Ulrike Walker: Bei einer Kombination, sollten die Eltern entscheiden können, ob und in welcher Form sie diesewollen. Wir dürfen nicht übersehen, dass der Weg,  den die Behörden mit, ihrem Obligatorium beschreiten,  die, Auffassungen der Eltern verdrängt., Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich:, Ein Welt- und Menschenbild, soll den schulischen Sexualkundeunterricht, dominieren,  obwohl die, Schule eigentlich ein Ort der neutralen, Wissensvermittlung sein soll. Die, Zusicherung,  «die Verantwortung, liege ganz bei den Eltern» und «die, Schule sei nur unterstützend»,  glaube ich nicht.

Und was ist mit den Eltern,  die bei der, Aufklärung ihrer Kinder Unterstützung, wünschen?,

Ulrike Walker: Wer Hilfe wünscht, soll diese bekommen,  wie etwa beim, Bruchrechnen oder Französisch auch., Ich kenne keine Eltern in Kindergarten, und Anfang Primar,  die sich, vom Thema Sexualität überfordert, fühlen. Dies sind Ausnahmen,  die, nicht zur Regel erklärt werden dürfen., Allerdings ist die Prävention vor, Missbrauch sehr wichtig.

Andreas Walker: Die Politik richtet, sich nach dem Grundsatz,  Minderheiten, zu schützen und zu stärken., Offensichtlich gibt es heute eine, Minderheit von Eltern,  die mündig, und bereit ist,  Verantwortung zu, übernehmen,  die Eltern sein wollen, aber denen keine Minderheitenrechte, zugestanden werden. Es stellt sich die, Frage,  ob auch intakte Familien mit, konservativer Sexualethik Toleranz, und Liberalität einfordern dürfen.Rund die Hälfte aller Paare lassen sich, scheiden,  Kinder wachsen nur bei einem, Elternteil oder in Patchworkfamilien auf., es gibt weniger klassische Familien als, früher.

Ist es da nicht logisch,  dass sich, die Schule diesen neuen Verhältnissen, anpassen muss?

Andreas Walker: Anpassung inwiefern?, Diese Studien fokussieren einseitig, auf sogenannte Problemfamilien, und Problemkinder. Man kann, sich durchaus fragen,  ob da nicht eine, gewisse Ideologie dahintersteckt.,

Wie ist das zu verstehen?

Andreas Walker: Wir haben in den, Sozialwissenschaften oft nur den, Blick für das,  was schlecht läuft oder, krank ist. Warum interessiert sich der, Staat so wenig dafür,  warum funktionierende, Familien erfolgreich sind?, Es ist eine Tragödie,  dass Forschung, mit einem konservativen Ansatz, zurzeit nicht stattfindet. Vielleicht, brauchen wir neue Universitäten mit, einem anderen Blickwinkel ähnlich, wie in Amerika,  wo es Universitäten, für Republikaner und für Demokraten, gibt.

Ulrike Walker: Der heutige Ansatz besteht, darin,  Symptome zu bekämpfen, statt sich zu fragen,  warum die Familie, als traditionelles Modell immer noch, so erfolgreich und beliebt ist.

Andreas Walker: Wir reden heute in, der Gesellschaft viel von Nachhaltigkeit. Die Familie ist das nachhaltigste, Modell,  was die Fortpflanzung und, Kindererziehung betrifft.

Also fördern Bund und Kantone die, falschen Studien?

Andreas Walker: Wir stellen in der, Tat eine Ungleichheit fest. Konservative, führen immer wieder ins Feld, dass für Sexualerziehung und Familienfragen, der gesunde Menschenverstand, ausreiche,  es brauche keine, Forschung. Religiöse Kreise sagen,  es, stehe in der Bibel,  darum brauche es, keine Forschung. Auf der anderen, Seite gibt es Kreise,  die im sozialdemokratischen, Gedankengut verankert, und an den Universitäten in, den Sozialwissenschaften sehr präsent, sind. Konservative und religiöse, Kreise sollten sich überlegen,  ob ihre, Haltung noch zielführend ist und in, welcher Form sie der fachlichen Diskussion, begegnen wollen.

Ulrike Walker: Ich bin in der DDR, aufgewachsen und kann Ihnen aus eigener, Erfahrung versichern,  dass hier, in der Schweiz der real existierende, Sozialismus weiterwächst,  er wird, aber nicht mehr als solcher erkannt, weil er in perfider Weise längst verinnerlicht, wurde.

Ist der Vergleich mit der DDR nicht übertrieben?

Ulrike Walker: Nein,  es gibt offensichtliche, Parallelen. In der ehemaligen, DDR hatte der Staat sehr viel, Macht,  und in der Schweiz baut er, seinen Einfluss ideologisch vergleichbar, und kontinuierlich aus.

Andreas Walker: Es steht zwar, nirgends mehr Marxismus drauf, aber vielerorts steckt er drin. Darum, ist der Ausgang des Gerichtsverfahrens, eigentlich nicht weiter verwunderlich. Wieso?

Andreas Walker: Wir waren erstaunt, dass der Gerichtspräsident, SP-Mitglied und der Vize-Gerichtspräsident, bei den Grünen ist. Das, sind Parteien,  die ein anderes Staatsverständnis, haben als wir. Ich begreife, dass der Gerichtspräsident, uns nicht verstanden hat,  weil er aus, seiner sozialdemokratischen Sicht, wohl ein Weltbild hat,  in dem der, Staat für alles verantwortlich sein, soll und darf.

Ulrike Walker: Aus Sicht des Gerichtspräsidenten, ist das Obligatorium, für Sexualkundeunterricht im, Kindergarten stimmig,  und unsere, Argumente fanden kein Gehör.

War das Urteil ideologisch?

Andreas Walker: Das schriftliche, Urteil haben wir noch nicht erhalten, wir stützen uns auf unsere persönlichen, Eindrücke der mündlichen Verhandlung.Wir haben den Eindruck, dass hier Mechanismen wirken,  die den Staat in sich stärken. Wir haben ja, nie Unrecht bekommen,  das Gericht, nahm einfach eine Güterabwägung, vor. Es wurde Kinderrecht gegen Elternrecht und öffentliches Interesse gegen Familienrecht ausgespielt.

Ulrike Walker: Es ist wie ein geschlossener Staatsapparat, der in sich funktioniert. Sie kritisieren die fachlichen Grundlagen, die zu diesem Sexualkunde-Modell geführt haben. Warum?

Andreas Walker: Weil es keine fachliche Verifizierung gibt. Eine Qualitätssicherung der Studien hat nie stattgefunden, eine Evaluation der Massnahmen ist nicht vorgesehen. Man geht einfach von ihrer Richtigkeit aus, weil sie mit Staatsgeldern finanziert wurden. «Ich begreife, dass der Gerichtspräsident uns nicht verstanden hat, weil er Sozialdemokrat ist.» Die heutige Sexualkunde operiert mit dem Begriff «kindliche Sexualität». Was stört Sie daran?

Ulrike Walker: Hier geraten wir in eine Strömung, die gefährlich ist. Der Begriff wurde in den 1980er-Jahren von Sexualwissenschaftlern eingeführt, die der Pädophilie nahestanden. Bis heute stützt sich die Fachwelt darauf ab und sagt, jedes Kind hat das Recht, seine Sexualität zu entdecken und zu leben. Das ist alarmierend, weil so die Grenzen zur Pädophilie verschwimmen. Ein Kind sucht Geborgenheit und nicht Erotik, es ist kein sexuelles Wesen.

Andreas Walker: Alice Schwarzer greift solche Begriffe und Zusammenhänge scharf an. Eigentlich sollten wir in der Schweiz ein Moratorium fordern, solange in Deutschland die Untersuchung wegen den Grünen und der Pädophilie läuft. Laut Psychotherapeut Jürgen Lemke waren Pädophile «Trittbrettfahrer» der sexuellen Revolution und schafften es, ihren Standpunkt bis in die Wissenschaft zu verbreiten. Ich vermisse eine kritische Auseinandersetzung der Sexualpädagogen mit ihren Quellen und Begriffen. Das macht misstrauisch. Ihnen wird vorgeworfen, Sie würden sich gegen die neue Unterrichtsform wehren, weil sie das Thema gleichgeschlechtliche Paare behandelt.

Sind Sie homophob?

Ulrike Walker: Hier zeigt sich ein weiteres Beispiel ähnlich zur DDR. Wer sich der staatlichen Propaganda nicht unterordnete, wurde als Klassenfeind stigmatisiert. Heute braucht es sehr wenig, um als homophob oder rassistisch gebrandmarkt zu werden. Ich habe keine Berührungsängste gegenüber andersartigen Menschen und möchte, dass meine Kinder vor jedem anderen Respekt haben und Anstand zeigen, egal welche Meinung er vertritt. Dafür möchte auch ich meine Ansicht vertreten dürfen, ohne gleich als «prüde» und «weltfremd» schubladisiert zu werden.

Welche Rolle spielt das christliche Fundament bei Ihrer Einstellung?

Ulrike Walker: Dass viele konservative Eltern, die sich schwertun mit diesem frühen und progressiven Sexualkundeunterricht, einen christlichen Hintergrund haben, möchte ich nicht bestreiten. Uns geht es um einen würdevollen Umgang mit Sexualität, der jenseits eines triebgesteuerten und menschenunwürdigen Auslebens von purer Lust liegt.

Andreas Walker: Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Auseinandersetzung mit Sexualethik in der Kirche seit Jahrtausenden stattfindet, weil es darum geht, dass wir nicht einfach Tiere, sondern Menschen sind. Dabei geht es primär um Beziehungen.

Wie geht es jetzt nach diesem Gerichtsentscheid weiter?

Andreas Walker: Der Kanton Basel- Stadt hat in der Sache entschieden. Ob das Bundesgericht oder der Europäische Menschengerichtshof zum gleichen Schluss kommen, ist offen. Wir prüfen die nächsten Schritte. Offensichtlich werden konservative Eltern in Basel vom Staat nicht mehr verstanden und akzeptiert. Deshalb braucht es neue Überlegungen, wie man seine Eltern- und Familienrechte einfordern kann.

Ulrike Walker: Unsere nationale Initiative hat bereits 77000 beglaubigte Unterschriften, auch viele junge Erwachsene zeigen ein grosses Interesse daran. Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Dezember die nötigen 100 000 Unterschriften erhalten.

Wir Eltern sollten endlich erwachen 

Bei der Sexualkunde im Lehrplan 21, geht es nicht nur um Aufklärung, sondern um die Meinungsbildung, unserer Kinder. Die Schüler haben, kein Recht,  wertende Massstäbe an, die ihnen gelehrten Sexualformen, anzulegen. Sie sind verpflichtet,  den, Wissensstand der Sexualpädagogen, vorbehaltlos anzunehmen. Auch, haben sie kein Recht,  «Nein» zu, sagen,  wenn ihnen die Sexualkunde, zu weit geht. Und diese wird mit der, Einführung des Lehrplans 21 in allen, Kantonen obligatorisch., Wenn Sexualpädagogen schon, heute fordern,  dass Jugendlichen ab, zwölf Jahren Pornos gezeigt werden, und die Post sich geweigert hat, Lehrmittel-Bilder für den Sexualunterricht, zu verschicken,  weil es, sich dabei um pornographisches, Material handelt,  dann sollten wir, Eltern endlich erwachen und für die, Rechte unserer Kinder einstehen.,

Maja Brändli, Haufen 215, 9426 Lutzenberg,

 

Die Eltern werden in Unwissenheit gelassen.

Als Frau Costas Organisation «Lust, und Frust» in Greifensee die Sexualkunde, in der 2. und 6. Klasse übernahm, wurde eine Infoveranstaltung, für die Eltern durchgeführt. Die, Eltern kamen gerne,  um zu hören, was die Kinder in diesem Unterricht, lernen sollen. Sie wurden aber enttäuscht, bekamen kein Unterrichtsmaterial, zu sehen und ihre Fragen, wurden ausweichend beantwortet., Die Sechstklässler erzählten dann, vom Unterricht,  wie sie an Holzpenissen, das Überziehen von Kondomen, geübt haben. Warum aber, wurden die Eltern über diesen, Unterrichtsinhalt nicht informiert? Genau so uninformiert fühle ich, mich nach dem Lesen dieses Artikels. Solange die Türen der Schulen, für die Eltern geschlossen bleiben, ist alles verdächtig auch die Inhalte, des Lehrplans 21. Deshalb ist dieser, entschieden abzulehnen!

Andrea Fousseni,  Staatsstr. 60, 9445 Rebstein,

 

Wer hat hier eigentlich das Sagen?

Hat der Lehrplan 21 nun tatsächlich, die Befindlichkeit der Bevölkerung, berücksichtigt,  dann müssten all die, Sexualpädagogen zurückgepfiffen, werden,  die darüber hinausgehen, wollen. Dann dürften eine Frau, Costa oder eine Frau Walliser keine, Lehrer mehr ausbilden. Geschieht, dies aber nicht,  so werden früher, oder später nicht nur in Basel ab, Kindergarten die Inhalte der Sexbox, verwendet,  sondern gesamtschweizerisch., Und eines muss uns dabei, bewusst sein: Diese Sexualpädagogen, wollen noch mehr. Lassen wir, uns durch solche Berichte nicht in, die Passivität drängen. Wir Eltern, wollen die Sexualerziehung nicht, den Sexualpädagogen überlassen.

Kurt Weber,  Staatsstr. 104, 9445 Rebstein

 

Zum Glück gibt es noch die Praxis

Die Lehrplan-21-Autoren hätten versucht, auf die gesellschaftliche Befindlichkeit, Rücksicht zu nehmen., Das sei aber eine falsche Entwicklung, so Schulärztin Costa: «Hier, wurde ein Kompromiss geschlossen, der für die Kinder und Jugendlichen, nicht förderlich ist.» Sie sagt also,  die, Eltern lägen so falsch,  dass man für, die Kinder bezüglich Sexualerziehung, mehr hätte tun müssen,  damit, sie gesund heranwachsen könnten., Zum Glück gibt es die Praxis,  wo, die Theorie ein Ende nimmt. Da gibt, es laut Nachrichten etwa Schüler,  die, während des Sexualkundeunterrichts, in Ohnmacht fallen. In Greifensee, kamen Schüler,  die als Pilotprojekt, an Sexualunterricht teilnahmen, schockiert nach Hause und suchten, Hilfe bei ihren Eltern. Braucht es, noch mehr Beweise,  dass das Volk, näher am Bedürfnis der Kinder ist als, Schulärzte und Sexualpädagogen?

Priska Bühler, Steig 2,8555 Basadingen

 

Keusche Sexualkunde im Lehrplan 21, Ostschweiz am Sonntag,  14. Juli 2013

Mit, einer Beteiligung von über 6000 Frauen, aus über 600 NGOs war diese Session,  die, vom 4. bis zum 15. März 2013 in New York, stattfand,  ein Höhepunkt von Seiten der Zivilgesellschaft., Die Brisanz des Themas «Eliminierung und, Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen», rief nach vermehrtem Engagement,  denn als 2003 die, Kommission das Thema «Gewalt gegen Frauen und, Menschenrechte» aufgriff,  konnten sich die UNOMitgliedstaaten, nicht auf ein Konsensdokument einigen., Differenzen gab es bei den Themen sexuelle, Erziehung,  sexuelle und reproduktive Rechte und bei, Forderungen,  dass die Souveränität eines Staates bei, traditionellen Sitten sowie kulturellen und religiösen, Praktiken über der Geltung der Menschenrechte, stehe. Diesmal waren die Frauen der UNO und aus, zahlreichen NGOs fest entschlossen,  keinen Schritt, hinter erreichte Vereinbarungen wie den Beschlüssen, von Beijing (1995) zuzulassen. Das diesjährige, Schlussdokument ist deshalb ein historischer Schritt, im Einsatz für die Rechte und Würde von Frauen, und Mädchen. Denn konservative muslimische und, römisch-katholische sowie liberale westliche Länder, einigten sich,  Gewalt gegen Frauen und Mädchen, zu bekämpfen. Laut Michelle Bachelet ignorierten, sie harte Einwände von Seiten der Muslimbrüderschaft, Ägyptens,  welche einen Bruch mit islamischen, Prinzipien geltend machte. Doch Bachelet mahnte, eindringlich,  Worte seien nun mit Taten zu verbinden., Die Regierungen sind verpflichtet,  die erzielten, Vereinbarungen umzusetzen. Das Schlussdokument, ruft auf zu sexueller Selbstbestimmung und -verantwortung, zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, zu Zugang zu umfassenden Gesundheitsdiensten bei, erlittener Gewalt; für Opfer von Vergewaltigung zu, Notfall-Verhütung und Abtreibung unter sicheren, Bedingungen,  falls solche Dienste in der nationalen, Gesetzgebung erlaubt sind. Die Regierungen werden, aufgerufen,  Gewalt gegen Frauen zu kriminalisieren, und die Straflosigkeit von Tätern aufzuheben. Allerdings, kam es zu einem Kompromiss in den Verhandlungen, so dass die Beendigung von Gewalt gegen, Frauen und Mädchen nicht alle Frauen,  unabhängig, von ihrer sexuellen Orientierung und Gender-Identität, einschliesst. Ebenfalls fand der Ausdruck «Gewalt, in engen Partnerbeziehungen» keine Aufnahme., Im Church Center neben der UNO mit seinen, UN-Büros von christlichen und interreligiösen, NG0s,  waren die Ecumenical Women (EW) eine, temporäre Struktur christlicher und interreligiöser, Frauen für Empfang,  Vorbereitung und Durchführung, thematischer Parallelveranstaltungen verantwortlich., Neben den Delegierten der 193 Mitgliedstaaten, können an dieser UNO-Kommission Nichtmitgliedsländer, und NGO-Delegierte als Vertreter, der Zivilgesellschaft teilnehmen. Die Intervention, von NGOs gehört zu den Vorschriften der Frauenrechts-, Kommission., Der Ökumenische Rat der Kirchen vertritt als, offizielle NGO 580 Millionen Christen. Schon 1992, wandte er sich mit einem Schreiben an den UNOGeneralsekretär:, Frauen in verschiedenen internationalen, Foren drängen die UNO,  anzuerkennen,  dass, Gewalt gegen Frauen eine Verletzung der grundlegenden, Menschenrechte für die Hälfte der Weltbevölkerung, bedeute. Er gab seiner Unterstützung aus, dem christlichen Verständnis heraus Ausdruck,  dass, alle menschlichen Wesen Ebenbild Gottes sind. Der, ÖRK betonte die Menschenrechte der Frauen und, ihre universelle Gültigkeit. Zusammen mit der Weltvereinigung, Christlicher Studenten organisierte der, ÖRK ein Podium zum gleich lautenden Thema einer, im April erschienenen gemeinsamen Publikation, «When Pastors Prey». Zugrunde liegt das englische, Wortspiel pray/beten prey/(be)rauben. Das Werk, veröffentlicht Studien sowie Rechenschafts- und, Zeugenberichte aus fünf Weltregionen,  um das Phänomen, und die Wurzeln des Missbrauchs von Frauen, durch Pfarrer unterschiedlichster Konfessionen, aufzuweisen. Mit therapeutischen Hinweisen bietet, es Möglichkeiten von Heilung an., Die offizielle Erklärung des Vatikans betonte, mehr die Würde von Frauen und Mädchen. Obwohl, ihnen der volle Genuss der Menschenrechte und das, Recht auf volle soziale und rechtliche Gleichstellung, zugestanden wird,  war weniger die Rede von ihren, Rechten. Als entwürdigende Praxis wurden u. a., Kinderheirat und erzwungene Abtreibung genannt.

Abtreibung wurde auch in Zusammenhang gebracht, mit dem Gebrauch von Gewalt: (erlittene) Gewalt, mit Gewalt zu vergelten,  verstärke das gesellschaftliche, Trauma. Vielmehr solle der Zyklus von Gewalt, nicht an die nächste Generation übertragen werden., Neu erhielt die Schweiz einen Sitz in der, 45-köpfigen CSW-Kommission,  für zwei Jahre auch, im Büro der CSW. Die Schweiz will die Themenbereiche, Menschenrechte von Frauen,  Zugang zu, Bildung,  wirtschaftliche Unabhängigkeit,  sexuelle, und reproduktive Rechte,  Bekämpfung der häuslichen, Gewalt sowie Einbindung der Männer in die, Förderung der Gleichstellung vermehrt einbringen, was grösstenteils gelang. Esther R. Suter

 

Staatliches Sex-Comic für die Oberstufe

Neue Entgleisung des Bundesamtes für Gesundheit

Bereits letzten November hat die Stiftung «Sexuelle Gesundheit Schweiz» (früher PLANeS) gemeinsam mit dem Bundesamt für Gesundheit im «Schulverlag Plus» ein Comic Buch mit dem Titel «HOTNIGHTS» («heisse Nächte») veröffentlicht. Geschildert werden darin auf 72 Seiten die Erlebnisse von sechs Jugendlichen an einem Openeir Festival. Die Geschichte ist rasch erzählt: Malou und Tobi haben zum ersten Mal Sex. Abspielen tut sich das Ganze in einem Zelt auf dem «Bumsfeld».

Im Hintergrund «Safer Sex» Plakate des BAG und überall Love Life Personal, das Gratiskondome verteilt. Tobi ist etwas unsicher, ob der Zeitpunkt angesichts seiner nahen Abreise in die USA richtig war. Das jedoch ist schnell abgehandelt mit dem Satz: «Aber es gibt wohl Dinge, die geschehen halt einfach.» Samet und Nina können keinen Sex haben, weil Nina grad ihre Tage hat. Dafür ist Johnny ganz toll drauf. Er angelt sich eine Blondine, vergisst aber blöderweise, sie nach ihrem Namen zu fragen. Und der schwule Marc trifft einen Backstage Manager namens Patrick. Der gibt ihm allerdings einen Korb, weil Marc einen festen Partner sucht und Patrick nur den schnellen, unverbindlichen Sex möchte. Gewidmet ist das:«Lehrmittel»(!) übrigens «allen Jugendlichen, auf dass sie eine selbstbestimmte und erfüllte Sexualität entwickeln können». Im «Didaktischen Begleitmaterial» wird das Thema «Pille, Präser, Pipapo» dann anhand der einzelnen Comic Figuren aufgerollt. Kernbotschaft: Wer auf «schnellen, unverbindlichen Sex» aus ist, dürfe nicht vorschnell als oberflächlich abgeurteilt werden.

Von bewusster, vorehelicher. Enthaltsamkeit natürlich keine Rede. Im Gegenteil: Wer nicht mitmacht, ist ein Trottel. Hin- zu noch praktische Tips, wie man die «Pille danach» als «Notfallpille» rezeptfrei kriegen kann. So also sieht die staatliche Sexualaufklärung für unsere 14- /15- jährigen Oberstufenschüler aus. Man darf mit Recht gespannt sein, was mit dem Lehrplan 21 sonst noch alles konkret auf uns zukommt. Mitfinanziert wurde die ganze Übung übrigens aus dem MIGRO Kulturprozent.

Obligatorischer Sexualunterricht ist illegal

Von Dominik Müggler, Arlesheim

Ende Juni 2013 soll das «Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik und Schule» an der PHZ in Luzern geschlossen werden. Es war angetreten, für alle Kantone die Grundlagen für die Einführung von obligatorischem Sexualunterricht ab Kindergarten zu schaffen. Doch mit der Schliessung dieses Zentrums ist die Frage des obligatorischen Sexualunterrichts nicht vom Tisch.

 

Im Kanton Basel-Stadt entscheidet demnächst das oberste Gericht über die Weiterführung dieses Sexualunterrichts. Und wenn es nach dem Willen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und seinem «Nationalen Programm HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten 2011-2017» geht, soll es in Zukunft nicht mehr zulässig sein, Kinder vom Sexualunterricht zu dispensieren.

Obligatorischer Sexualunterricht ab Kindergarten sieht am Beispiel von Basel-Stadt folgendermassen aus: Kinder ab vier Jahren sollen lernen müssen, a) dass es zur Entstehung eines Kindes Mann und Frau braucht, b) wie die Geschlechtsorgane funktionieren, c) dass Berührungen an Körperstellen angenehm sein können und d) was die Begriffe «heterosexuell», «homosexuell», «lesbisch», «schwul» und «bisexuell» bedeuten. Zwei Jahre später, ab der ersten Primarklasse, sollen Kenntnisse hinzukommen über e) den Zeugungsvorgang, f) Verhütungsmittel und g) die Frage, ob Sexualität nur zur Fortpflanzung oder auch aus Lust und Liebe praktiziert wird.

Protest gegen Sexualunterricht

Der Basler Sexualunterricht stützt sich auf die Vorgaben des nun schliessenden Luzerner Kompetenzzentrums. Im Sommer 2011 hat er zudem mit fragwürdigem Unterrichtsmaterial in sogenannten «Sexboxen» Schlagzeilen gemacht. 22 Eltern haben sich gegen diesen Unterricht zur Wehr gesetzt und Dispensationsgesuche für ihre Kinder im Alter von vier bis acht Jahren eingereicht. Alle diese Gesuche wurden von der Regierung abgelehnt oder sistiert. Zwei Elternpaare haben den Rechtsweg eingeschlagen und stehen nun vor dem obersten Basler Gericht, dem Appellationsgericht. Ihre Chancen auf Erfolg sind gut, denn der Basler Sexualunterricht entbehrt einer formellen gesetzlichen Grundlage und ist somit verfassungs- und rechtswidrig.

Obligatorischer Sexualunterricht verletzt die Grundrechte von Kindern und Eltern:

  • das Recht auf persönliche Freiheit des Kindes (Artikel 10 Absatz 2 BV). Es ist das Recht einer jeden Person, sich nicht mit sexuellen Fragestellungen auseinandersetzen zu müssen.
  • den Schutz des Privat- und Familienlebens des Kindes und der Eltern (Artikel 13 Absatz 1 BV). Die Sexualität gehört dem Intim- und Privatbereich eines jeden Menschen an.

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit (Artikel 15 Absatz 1 BV) steht nicht im Vordergrund, wie bei den bekannten Schwimmunterrichts- oder Kruzifixfällen. Hier geht es vielmehr um den Schutz der Kinder sowie des Privat- und Familienlebens.

Einschränkungen von Grundrechten sind unter bestimmten Voraussetzungen zulässig (Artikel 36 BV):

  • Sie bedürfen einer gesetzlichen Grundlage (schwerwiegende Einschränkungen müssen sogar im Gesetz selbst vorgesehen sein).
  • Sie müssen durch ein öffentliches Interesse gerechtfertigt sein.
  • Sie müssen verhältnismässig sein.
  • Sie dürfen den Kerngehalt der Grundrechte nicht antasten.

Obligatorischer Sexualunterricht ist zulässig, wenn diese Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind. Das ist derzeit in keinem Kanton der Schweiz der Fall:

  • In keinem Kanton besteht eine Regelung im Sinne eines formellen Gesetzes. Sogenannte «Leitfäden» oder «Handreichungen» für die Lehrpersonen stellen nur Verwaltungsverordnungen dar und vermögen Grundrechtseingriffe von dieser Tragweite nicht zu legitimieren.
  • Ein öffentliches Interesse wurde bisher nie nachgewiesen. Es wurden keine Nutzen- und Risikoanalysen eines solchen Unterrichts erstellt.
  • Die Verhältnismässigkeit des Sexualunterrichts ist ebenfalls nicht gegeben, da im Alter von vier bis acht Jahren keine Gefahr besteht, Krankheiten sexuell zu übertragen.
  • Obligatorischer Sexualunterricht im Kindergarten und in der Primarschule würde den Kerngehalt der besagten Grundrechte infrage stellen.

Spannung vor Urteil

Man darf also mit Spannung das Urteil des Basler Appellationsgerichts erwarten, welches nach den Sommerferien ergehen wird. Inzwischen empfehlen wir die Unterstützung der Eidgenössischen Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule». Diese will den obligatorischen Sexualunterricht aus den Schweizer Kindergärten und Primarschulen verbannen und sieht auch für die Oberstufe deutliche Verbesserungen vor.

Dominik Müggler

Der Autor ist Staatswissenschafter (lic.rer.publ.HSG) und Präsident der Schweizerischen Hilfe fiir Mutter und Kind (SHMK) und des Vereins Mamma.

Unterschriftenbogen

Der heutigen Ausgabe der «Schweizerzeit» liegt ein Unterschriftenbogen zur Eidgenössischen Volksinitiative «Schutz gegen Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» vor. Bitte unterschreiben Sie ihn und lassen Sie ihn auch
durch Verwandte und Bekannte unterzeichnen. Herzlichen Dank dafür. Bitte Bogen rasch einsenden. Weitere Bogen sind herunterzuladen unter: www.schutzinitiative.ch. (dm)

Unsere Volksschule – eine Gefahr für unsere Kinder

 

Lehrplan 21 und die Sexualerziehung ohne Eltern

Was aber hat nun der Lehrplan 21 (LP21) mit den Bestrebungen der Sexualpädagogen zu tun? Sehr viel ! Denn der LP21 wird gleichsam das Eintrittstor und die rechtliche Grundlage sein für die obenbeschriebene sexuszentrierte Erziehungsform und Welt- anschauung. Und in der Tat ist auch der Grundlagenbericht des LP21 in derselben Gesinnung geschrieben wie die obenerwähnten Grundlagenpapiere über Sexualpädagogik. Bedeutsam für unsere Überlegungen ist der Hinweis, dass im LP21 neue Fachbereiche geschaffen wurden, vor allem der sog. «Überfachliche Bereich». Hier hinein gehören all jene Themen, die in herkömmlichen Schulfächern nicht richtig eingeordnet werden können. Auf Seite 21 ist folgendes zu lesen: «Überfachliche Kompetenzen und über- fachliche Themen sind für eine erfolgreiche Lebensbewältigung zentral und werden in allen Fachbereichen ausgebildet. Es sind die Bildungsanliegen, die sich keinem einzelnen Fachbereich zu- ordnen lassen: Berufskunde, ICI; (…), Gender und Gleichstellung, Gesundheit, Globale Entwicklung und Frieden usw.» Es werden insgesamt 15 solche Themen aufgelistet, um sicherzustellen, «dass kein zentrales Thema vergessen wird.» Hier muss nun dringlich auf das sog. Gender- und Gleichstellungsproblem hingewiesen werden, denn auf Seite 22 heißt es: «Die Bearbeitung der überfachlichen Themen erfolgt durch Ex- perten im Teilprojekt BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung). (DJ Die Einarbeitung der Gender- und Gleichstellungsperspektive wird allen Fachbereichteams ins Pflichtenheft geschrieben. Mit einem Expertenauftrag wird die Erfüllung dieses Auftrags gesichert.» (www.lehrplan 21/ grundlagenbericht; S.21/22) Dieser Passus ist entscheidend.

Denn damit öffnet der LP21 den Sexualpädagogen Tür und Tor für ihr Wirken. Auffällig an dieser Stelle ist auch die Tatsache, dass kein einziges anderes überfachliches Thema mit derartigen Formulierungen ergänzt wird. Es ist offensichtlich ein zentrales Anliegen, die Gender-Ideologie im Denken unserer Kinder zu verankern. Und die oben beschriebene Auffassung der Sexualpädagogen von Sexualität ist ein wesentli- cher Bestandteil der Gender-Mainstreaming-Ideologie. Dass im Gegenzug das Fach «Religion» im LP21 einfach abgeschafft wurde, lässt ebenfalls aufhorchen. Warum denn nur? Wie kann man gemäß VSG auf christlichen Grundsätzen erziehen, wenn die christliche Religion nicht mehr vermittelt wird ? Ist der Grund vielleicht der, dass man im Religionsunterricht das genaue Gegenteil dessen vermitteln müsste, was in der Gender- Ideologie behauptet wird?

 

Bekannt in diesem Zusammenhang ist ja ebenso, dass auch viele Lehrpersonen christliche Grundsätze aus der Schule verdrängen möchten, allen voran der Präsident des LCH (Verein der Schweiz. Lehrerinnen und Lehrer), welcher vor noch nicht allzu langer Zeit dafür plädierte, die Kreuze aus den Schulzimmern zu entfernen und christliche Schulfeiern zu verbieten.

Lehrplan 21 liefert Kinder an Sexualpädagogen aus

Zu erwähnen ist hierbei auch noch, dass überfachliche Themen in allen Fachbereichen Eingang finden können. Mit der völlig neuen Konzeption von Schulfächern und bedeutsamen Lernzielen im LP21 dürfte nun unschwer zu erkennen sein, dass Vorausset- zungen geschaffen worden sind, die eine allfällige Dispensation vom Sexualunterricht oder eben auch von der Vermittlung der Genderperspektive praktisch gänzlich unmöglich machen.

Die Sexualpädagogen dürfen dann als sog. «Experten» ganz nach ihrem sexistischen Menschbild unsere Kinder erziehen. Und wir müssen schweigen. Müssen wir? Angefangen hat alles mit einem behördlichen Auftrag, in der Schule über die Aids-Problematik aufzuklären. So sind diese Per- sonen anfangs 90-er Jahre in die Schulhäuser gelangt. Sie haben sich mittlerweile etabliert und den Status von Sexualexperten erhalten. Was man genau darunter zu verstehen hat, war schon vor über 15 Jahren zu erahnen, denn die Aufklärungsordner (es waren 3 dicke A4-Ordner!) hätte man ohne weiteres auch als Einführung in pornographische Sexualpraktiken bezeichnen können angeblich zum Schutz unserer Kinder vor Pornographie. Was daraus geworden ist, sehen wir heute. Wer damals aber wagte, Kritik zu üben, wurde mundtot gemacht und in die Ecke der Ewiggestrigen geschoben.

Die Abschaffung der traditionellen Familie

Der neue Lehrplan 21 samt seinem Sexualkonzept und der Abschaffung des Religionsunterrichts gehört in die Reihe jener politischen Bestrebungen, welche die traditionelle Familie von Vater-Mutter-Kind-Beziehung auflösen wollen. Solche Bestrebun- gen sind nicht neu. Drastisch verordnet und durchgeführt hat dies bereits Lenin in seinen Jahren der Machtübernahme nach 1917. Denn er wusste wohl, dass Menschen, die in ungeord- neten Verhältnissen aufwachsen, viel leichter zu manipulieren sind. Man förderte daher die sog. «Panmixie», vereinfachte das Scheidungsverfahren und erreichte in Kürze die Auflösung zahlreicher traditioneller Familienbande. Ebenso schnell leitete aber Lenin selber die Kehrtwendung wieder ein, denn sehr bald stellte sich heraus, dass Promiskuität und Panmixie jegliche staatliche Ordnung untergraben. Dieses Gift wollte er wohl dem Westen verabreichen, denn bekannt sind seine Worte: «Wenn wir eine Nation vernichten wollen, so müssen wir zuerst ihre Moral vernichten. Dann wird uns die Nation als reife Frucht in den Schoß fallen.»

Schamhaftigkeit gehört zum Menschen

Liest man die obigen Ziele der Sexualerziehung in der Schule, dann fällt sogleich auf, dass offenbar jegliche Art von Schamhaftigkeit überspielt oder wegdressiert werden soll. Diese Tendenz ist ja überhaupt seit einigen Jahren in gewissen Kreisen der Gesellschaft festzustellen. Die Ursprünge gehen auf die 68er- Bewegung zurück und sind ganz klar der Pädagogik der «Neuen Linken» zuzuordnen. Dazu der Naturwissenschaftler Prof. Dr. W. Kuhn: «Schamhaftig- keit ist ein biologisch bedeutsamer Regulator im menschlichen Leben». Und der Biologe Joachim Illies: «Nicht das Schamgefühl ist widernatürlich, sondern das Bestreben, es zu missachten, es zu überspielen oder gar (abzudressieren>. Dass die Schamhaftigkeit auch gesellschaftlich eine bedeutsame Schutzfunktion hat, weiß im Grunde jeder. Mit drastischen Zahlen aber belegen dies z.B. die Polizeiakten aus Paris zur Zeit der Einführung des Minirocks: Als Folge davon stieg die Zahl der Überfälle auf junge Mädchen und Frauen in beängstigendem Masse am.» Ohne Schamgefühl ist ein geregeltes und gefahrloses Zusammenleben unter Men-schen nicht möglich. In diesem Zusammenhang ist es wohl auch einmal erlaubt, zu fragen, ob und in welchem Masse die ohnehin schon so weit propagierte sexuelle Freizügigkeit (auch im bereits bestehenden Sexualunterricht an Schulen) mit der stetigen Zunahme von Gewalt im allgemeinen und an Schulen zusammenhängt.

Was können wir tun?

Es sind viele Eltern und zum Glück auch Politiker auf diese Missstände aufmerksam geworden. Man ist wohl zu Recht empört und beunruhigt. Ich möchte an dieser Stelle aufrufen, die sog. Schutzinitiative «Ja zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» zu unterstützen. Fordern Sie Unterschriftenbögen an über Telefon 061 702 01 00 oder auf www.schutzinitiative.ch ! Es fehlen noch 56’000 Unterschriften. Engagierte Eltern und Politiker mögen auch den Lehrplan 21 nicht aus den Augen verlieren! Eine Zentralisierung des Schulwesens ist eine heikle Angelegenheit, zumal wenn Leute am Werk sind, die offensichtlich weder auf die im VSG geforderte Erziehung nach christlichen Grundsätzen achten noch auf Elternrechte Rücksicht zu nehmen scheinen. Ein Lichtblick in dieser Angelegenheit ist aber doch bereits zu vermelden. Denn per Ende März 2013 ist bekannt geworden, dass das Sexualpädagogische Institut an der PHZ Luzern auf Ende Juni 2013 nicht mehr weitergeführt werden soll. Eine gute Erziehung ist eine ernste Sache Die folgenden Zitate mögen uns nachdenklich stimmen und uns vor Augen führen, dass es sich bei der Schulentwicklung um eine sehr ernste Angelegenheit handelt, die uns alle betrifft. Mögen sie uns bestärken und uns veranlassen, konkrete Schritte zu unternehmen, Schritte zum Wohle unserer Kinder und zur Ehre Gottes! «Verdirb die Jugend, entfremde sie der Religion, wecke ihr Interesse für den Sexus. Lasse sie oberflächlich werden, zerstöre ihren jugendlichen Schwung.

Entziehe dem Volk das Interesse an seinem Staat durch Fesselung seiner Aufmerksamkeit mit Sport, Sex und Trivialitäten. Verursache mit allen Mitteln den Zusammenbruch aller moralischen Tugenden von Ehrlichkeit, Sauberkeit, Mäßigung und das Vertrauen auf ein gegebenes Wort.» (Anweisung der Kommunistischen Partei in Florida) «Erkennen sie im Westen denn nicht, dass die Kräfte, die uns hier im Osten mit Gewalt unterdrücken, genau dieselben sind, die ihre Jugend im Westen im Namen der Freiheit durch gelenkte Propagierung von Rauschgift, Pornographie, freier Sexualität und Gewalttätigkeit demoralisieren und zur Unterdrückung vorbereiten wollen? Mit anderen Mitteln will man mit ihnen dasselbe erreichen wie mit uns.» (Medizinprofessor in Prag)

Unterrindal, im April 2013 Hans Kaufmann

Internet-Adressen für genauere Informationen:

  1. www.lehrplan.ch
  2. www.phz.ch/grundlagenpapier
  3. www.hivnetahsga.ch/sexualpädagogik
  4. www.lustundfrust.ch
  5. www.arnorix.ch

Pseudo- Pädagogik

«Die Grünen, die 68er und die Pädophilie», Ausgabe vom 16. Mai Mag

ja durchaus sogar sein, dass der junge Cohn-Bendit in seinem 68er- Sex-Revoluzzer-Wahn etwas dahergeschwatzt hat, was heute so rein gar nichts mehr mit ihm zu tun hat. Das ändert jedoch nichts an den Vernetzungen der Pädophilenszene mit der Sexualpädagogik, die in unseren Klassenzimmern Einzug gehalten hat. Diese ist nun mal Fakt und nicht schönzureden. Viele der selbst ernannten «Sexualforscher», die massgeblich an dieser Pseudo-Pädagogik mitgewirkt haben, waren nachweislich pädo- phil oder anders sexuell entartet. Erschwerend kommt hinzu, dass sich hier durch eine verständliche Win-win- Situation mehrere Interessengruppierungen zusammengeschlossen haben. Eine jede Gruppe ist dabei so aufs eigene Ziel fixiert, dass keiner bemerkt, dass sie von anderen für deren Zwecke missbraucht wird. Es wird Zeit, dass die Medien aufhören, sich über diese Zusammenhänge auszuschweigen. Für mich hat sich jede Diskussion zu diesem Thema erübrigt. Meine Kinder werden auf keinen Fall im Klassenzimmer nach dem Gedankengut der Gender-Ideologen erzogen. Claudia Stury, Greifensee