Heute werden in der ganzen Schweiz Unterschriften für die Volksinitiative gesammelt.

An vorderster Front dabei ist auch der 22-jährige Ausserberger Diego Schmid. Interview: Michel Venetz Warum sammeln Sie Unterschriften für die Volksinitiative? «Die Sexualaufklärung von Kleinkindern ist Sache der Eltern. Mich stört es, dass die Schule bereits im TKindergarten und in den ersten Jahren der Primarschule ihr Weltbild über die Sexualität vermitteln kann »

Der Sexualkundeunterricht in den Schulen kommt für Sie also zu früh?

«Ja, im Kindergarten und in den ersten beiden Primarklassen braucht es noch keinen Sexualkundeunterricht. Ich konnte nur den Kopf schütteln, als ich erfuhr, dass der Kanton Basel für den Auf ldärungsunterricht an Schulen eine <Sexbox> mit Holzpenissen und Geschlechtsteilen aus Stoff zur Verfügung stellte.»

Wie sollte denn Ihrer Meinung nach der Sexualunterricht aufgegleist werden?

«Der Unterricht sollte vor dem neunten Altersjahr untersagt werden und anschliessend freiwillig sein. Ab dem zwölften Lebensjahr sollen dann die Kinder in einem obligatorischen Biologieunterricht über die menschliche Fortpflanzung aufgeklärt werden. Der Unterricht soll aber nur auf wissenschaftlicher Basis durchgeführt werden, ohne das Gedankengut der 68er-Generation. Das fordert ja auch die Volksinitiative.»

Übertreiben Sie mit Ihren Forderungen nicht ein wenig?

In den Walliser Kindergärten sind ja keine «Sexboxen» im Einsatz. «Nein, ich übertreibe nicht. Wir müssen aufpassen, in welche Richtung sich der Sexualkundeunterricht entwickelt. In unserem Kanton ist die SIPE an den Schulen für den Aufklärungsunterricht verantwortlich. Die SIPE wird vom Staat finanziell unterstützt. Als zukünftiger Sekundarlehrer finde ich das bedenklich. Die Sexualaufklärung muss Sache der Elternbleiben. Die Schule muss sich in diesem Bereich neutral verhalten. Der heute bestehende staatlich finanzierte Sexualkundeunterricht ist da sicherlich der falsche Ansatz.»

Was haben Sie als OS-Schüler für Erfahrungen mit dem Sexualunterricht gemacht?

«An der Orientierungsschule haben wir während den Biologiestunden das Thema menschliche Fortpflanzung detailliert behandelt. Ich fand dieses Art des Unterricht sehr spannend und lehrreich.»

Und wie sah es mit dem Sexualkundeunterricht der SIPE aus?

«Auch die Sexualpädagogen der SIPE haben damals bei uns vorbeigeschaut und hatten unter anderem <Sexboxen> mit Holzpenissen und Kondomen dabei. Ich kann mich noch daran erinnern, dass viele Schüler damals während des Unterrichts gelacht und Witze gerissen haben. Mir schien es fast so, als ob die Schüler auch noch im OS-Alter teilweise unreif waren und sich nicht sachlich mit dem Thema Sexualität auseinandersetzen konnten. Für mich persönlich war der SIPE-Unterricht nicht sehr förderlich.»

Die Arbeit der SIPE stört Sie also?

«Nein, das kann ich so nicht sagen. Ich finde es aber fragwürdig, dass der Staat diese Art des Unterrichts an den Schulen finanziell unterstützt. Der Staat und insbesondere die Schule müssten sich neutral verhalten. Ausserdem finde ich, dass die Eltern ihre Kinder aufklären sollten und nicht die Schule.»

Die Befürworter für einen frühen Sexualkundeunterricht an Schulen sagen, dass dank dieser Form des Unterrichts die Zahl der Geschlechtskrankheiten deutlich reduziert werden kann.

«Da muss ich widersprechen, das Gegenteil ist der Fall. Es gibt Studien, die besagen, dass in Ländern wie Schweden und England, wo ein früher Sexualkundeunterricht an den Schulen obligatorisch ist, prozentual gesehen am meisten Geschlechskrankheiten ausbrechen.»

Die Gegner der Initiative bezeichnen Sie als fortschrittsfeindlich und konservativ.Was sagen Sie dazu?

«Das ist für mich nichts Neues. Diese Argumente werden von den Gegnern oft vorgebracht. Sie stören mich auch nicht. Fortschrittsfeindlich sind wir aber auf keinen Fall. Wir vertreten einfach eine andere Meinung als die meisten Sexualpädagogen. »

Heute gehen Sie in Brig auf die Strasse und sammeln Unterschriften. Was denken Sie, findet Ihr Anliegen bei der Oberwalliser Bevölkerung Gehör?

«Ja, ich denke schon. Ich habe bereits mit vielen Leuten in meinem Umfeld Gespräche geführt und stelle fest, dass die Unterstützung für die Volksinitiative durchaus vorhanden ist.»

Diego Schmid (Interview-Partner)

Der neue Sexualkundeunterricht nach dem Grundlagenpapier des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) ist zu Recht umstritten. Eltern mit diversem weltanschaulichen Hintergrund wehren sich vehement gegen Sexkoffer, pornographisches Material und seltsame Spiele im Kindergarten und in der Primarschule («Karottenkönig» ist beispielsweise der, der am schnellsten Kondome über ein Rüebli ziehen kann). Der Sexualkundeunterricht dient der Prävention vor HIV Ansteckung und Geschlechtskrankheiten, versichert die «IG für eine vernünftige Sexualkunde». Ohne diese werde es prekär, sogar gefährlich, sagt sie. Ist diese Art der Prävention wirklich das geeignete Mittel für Kindergärtler und Primarschüler oder gibt es dringendere Anliegen für die Prävention? Wo war der Aufschrei und der Protest des Fachverbands der Sexualpädagogen, des Fachverbands Sexuelle Gesundheit in Beratung und Bildung (Faseg) also, als vor kurzem eine Geset zesänderung vollzogen wurde, so dass nun eine HIV-positive Person, die dies wissentlich ihrem Sexualpartner verschweigt und ungeschützt Sex hat mit ihm hat, keine strafbare Handlung mehr begeht. Wäre nicht hier dringendster Handlungsbedarf gegeben?

Angelika Andenmatten

Die Initiative gegen Sexualkunde im Kindergarten soll zustande kommen. Nach Auskunft der Initianten ist es «nur noch eine Formsache». Walter Bellwald Rund einen Monat vor Ende der Sammelfrist sind schon weit über 90 000 Unterschriften für das Volksbegehren «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» zusammengekommen. Weitere Standaktionen sollen folgen. Auch im Oberwallis.

«Sexualität als Konsumgut»

Für Monika Bayard und Anni Filipponi von der IG Sorgfalt ist die Initiative der richtige Weg, «um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren». «Mit der Initiative wird das Thema neu lanciert und die Eltern befassen sich mit der Thematik», ist Anni Filipponi überzeugt. Der frühzeitige Sexualunterricht an Kindergärten und Schulen sei nicht zeitgerecht und entspreche nicht dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder. «Unter dem Deckmantel Prävention und Schutz vor sexuellen Übergriffen, soll im Unterricht ein Welt- und Menschenbild dominieren, welches die Werte vieler Eltern verdrängt», sagt Monika Bayärd. «Anstatt Prävention zu betreiben, wird Sexualität als Konsumgut verkauft.»

«Kindsmissbrauch ansprechen»

Den Vorwurf der «Angstmacherei» oder «Verklenimtheit» lassen Monika Bayard und Anni Filipponi nicht gelten. «So beinhaltet zum Beispiel das vom Bundesamt für Gesundheit finanzierte Lehrmittel Hotnights, eine vulgäre Sprache und perverse Bilder. Das Buch macht Werbung für verschiedene Konsumgüter wie zum Beispiel für Bier oder Social Media. Prävention bedeutet für viele Eltern, ihre Kinder genau vor solchen Beeinflussungen zu schützen», sagt Fiippo ni. Selbstverständlich müsse Kindsmissbrauch auch im Kindergarten thematisiert werden, sagt Filipponi. «Dafür braucht es aber keinen spezifischen Sexualkundeunterricht.» Auch die Aussage von Sexualpädagogen, wonach ein Kind ein sexuelles Wesen sei, sei stark irreführend. «Die Sexualität ist nur ein Teil des Menschen», betont Monika Bayard.

Mehr Verantwortung übernehmen

Nach Bayard und Filipponi sollen die Eltern wieder die Verantwortung für die Aufldärung ihrer Kinder übernehmen und darüber entscheiden, «ob und wann ihr Kind am Sexualkundeunterricht teilnimmt.» In der Schule sei biologische Aufklärung nötig. Sexualerziehung sei aber das Vorrecht der Eltern. «Verschiedene Organisationen könnten ausserhalb der Schule ihre Programme anbieten, damit sich die Eltern für das Angebot entscheiden können, das ihren Werten entspricht. Kinder und Jugendliche dürfen nicht dazu gezwungen werden», betont Filipponi. Werte wie Ethik und Erziehung müssten wieder mehr gewichtet werden. Es sei nicht Aufgabe der Schule und des Staates, sich in erzieherische Angelegenheiten der Eltern einzumischen. «Die Familie ist das nachhaltigste Modell der Kindererziehung und soll es auch bleiben», so Bayard.

STRASSENUMFRAGE Sexualunterricht im Kindergarten?

«Eigentlich würde es reichen, wenn der Sexualunterricht erst in der Oberstufe unterrichtet wird.»

Das ist jetzt schwer zu sagen. Doch eines weiss ich, im Kindergarten ist es viel zu früh. Die Kinder begreifen das doch noch gar nicht. Ich erinnere mich, dass ich den Aufklärungsunterricht etwa in der vierten Klasse hatte, das war gar nicht so schlecht. Die Jugend ist heute zwar schon weiter als früher, doch ich denke, frühestens ab der dritten Klasse reicht. Die Oberstufe würde eigentlich auch reichen.

Denise Ming, Baar

«Es ist wichtig, mit der Auflclärung vor den ersten Erfahrungen zu starten. »

Ich würde mit der Aufklärung starten, wenn die Kinder ungefähr 10 Jahre alt, also so ab der 4. Primarstufe. Ich habe meine ersten Erfahrungen mit 12/13 Jahren gemacht und dann ist es gut, wenn man schon vorher aufgeklärt wird. Ich fände es auch nicht schlecht, wenn man schon im Kindergarten mit der Aufklärung starten würde, halt Altersgerecht und man müsste dann schauen, wie sich das entwickelt.

Lukas Huetz, Bern

«So wie ich es in der Primar erlebt habe, war es nicht zu früh und nicht zu spät. »

In der sechsten Klasse finde ich es perfekt, weil auch ich den Sexualunterricht dann hatte. Auch für mich war es dann weder zu früh noch zu spät. Wir lernten wie der Körper sich verändert und in der Oberstufe kamen dann erst Themen wie Verhütungsmittel, Sex etc. dazu. Heute sollte man vielleicht schon alles in der sechsten Klasse unterrichten, weil die Kinder mittlerweile weiter sind wie wir damals.

Anja Spadin, Oberägeri

Wie den Mitteilungen der Schule zu ent- nehmen war, steht die grosse Mehrheit der Eltern begeistert hinter dem neuen sexualpädagogischen Konzept. Glaubt man den Medien weiter, handelt es sich bei den restlichen 20% vor allem um «ver- ängstigte, ewig gestrige Fundamentalis- ten, die Angst vor Kondomen haben».

Wir gehören zu «denen»

Mein Mann und ich gehören zu diesen Eltern, die nicht restlos begeistert sind von der emanzipatorischen Sexualerzie- hung nach WHO-Standards. Damit ge- hören wir jedoch nicht zu den «gewissen Eltern, die etwas gegen Aufklärung ha- ben», sondern würden uns eher als «El- tern mit Gewissen, die aufgeklärt sind» bezeichnen.

Wir sind nicht besser, nur anders

Schön für jeden, der mit Freuden seine Kinder «vertrauensvoll in die Hände fach- kompetenter Experten» gibt und zeit- gleich wirtschaftlich verwertbar bleiben will. Sei all diesen Familien jede Unter- stützung von Herzen gegönnt.

Wir sehen die grösste Kompetenz, be- sonders im Bereich der «psychosozialen» und «sexuellen Gesundheit» unserer Kinder, jedoch in unseren eigenen Hän- den. Auch das muss uns doch gegönnt sein in einem demokratischen Staat!

Der Windelgraben zwischen Müttern

Kurioserweise wird das öffentliche Be- kenntnis, zu der «altbackenen Sorte von Müttern» zu gehören, die ihre Kinder am liebsten selbst betreuen, heute zumeist als Seitenhieb auf die Karrierefrauen ver- standen, die sich für das Frembetreuungs- modell entschieden haben. Dabei hat doch das eine mit anderen nichts zu tun.

Hören wir doch auf, gegenseitig vom erhöhten Podest auf «die andere Sorte» von Müttern herabzublicken. Sehen wir uns lieber auf Augenhöhe ins Gesicht und respektieren unseren jeweiligen Beitrag für die Gesellschaft. Es gilt sich einzuset- zen für die gegenseitige Anerkennung der verschiedenen Lebensmodelle.

Kein Obligatorium für eine Ideologie

Gerade darum darf es kein Obligatori- um geben für einen Unterricht, zu dem es niemals einen Konsens geben kann zwischen den unterschiedlichen Welt- anschauungen! Ein ideologisch gefärbter Unterricht, der so deutlich einer ernstzu- nehmenden wissenschaftlichen Grund- lage entbehrt und von noch weniger

ernstzunehmenden «Experten» formu- liert wurde, wie Alfred C. Kinsey & Co., darf weder in Sexualkunde noch – wie geplant – fächerübergreifend in unsere Volksschulen implementiert werden!

Hoppel-Poppel-Mentalität

Wer hier immer noch von Verschwö- rungstheorien schwafelt, macht sich schlichtweg lächerlich. Man studiere nur das Lehrmittel «Hotnights» aus dem Schulverlag, das vom BAG finanziert und vom Migros Kulturprozent unterstützt wurde, aber kurioserweise nirgends zur Einsicht aufliegt – und weit entfernt ist von jeder «Kultur».

Dort kommt deutlich zum Ausdruck, mit welchem Bild von Sexualität und Beziehungsformen unsere Kinder auf- wachsen sollen: «Hoppel Poppel auf dem Bumsfeld, mit Romina, Ramona, Rosita oder Ramon – egal! Hautpsache nen Sack voll wasserdichter, stossfester Kondome dabei, und wenn dann doch was passiert, gibt’s ja die «bunten Smarties» (die Pille danach) rezeptfrei in der Apotheke» …

STOPP sagen dürfen nicht nur Kinder

Wir möchten niemanden in irgendeiner Weise diffamieren oder angreifen mit un- serer Haltung. Wir beabsichtigen weder die Schule noch einzelne Personen öf- fentlich in ein schlechtes Bild zu rücken, wie uns in einem Elternbrief der Schullei- tung unterstellt wurde.

Wir sagen lediglich STOPP, wo sich die Schule zu weit in unsere familiären Berei- che wagt und unseren Kindern Gender- Ideologie vermittelt werden soll. Es nützt niemanden, wenn nachweisbare Zusam- menhänge einfach immer schöngeredet werden, weil es so unangenehm ist, sich mit ihnen zu konfrontieren, sie bleiben dennoch real.

mutterkraft.ch nicht nur für Mütter

Ich bin überzeugt davon, dass die be- geisterte Mehrheit schnell schrumpfen würde, wenn mehr Eltern sich mit den Hintergründen dieser Möchtegernpäda- gogik auseinandersetzen würden. Inter- essierte finden einige Details hierzu auf www.mutterkraft.ch.

Nix für ungut. Ich hoffe mit diesen Zei- len deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass wir keine verängstigten Eltern sind, die GEGEN etwas Diffuses kämpfen, sondern überzeugte Eltern, die sich FÜR etwas Konkretes einsetzen.

Claudia Stury mit Familie, Greifensee 

 

Ulrike Walker, Mitglied des lnitiativkomitees «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» und Frau des Zukunftsforschers Andreas Walker, hat den Verein «Starke Mütter» gegründet, wie sie auf ihrem Blog bekannt gibt. Der Verein soll «Bemühungen von Müttern und Vätern fördern, Verantwortung wahrzunehmen». Walker wehrt sich gegen Sexualkunde-Unterricht in Kindergarten und Primarschule.

(AWA)

Frontalangriff auf Ehe und Familie

Von Daniel Regli, Gemeinderat, Zürich Im Mittelpunkt eines soeben aus der Feder des regelmässigen «Schweizerzeit»- Mitarbeiters Daniel Regli erschienenen neuen Buches steht Zürichs Kultur-Infarkt. Er äussert sich nicht bloss in seltsamen «Kultur-Leistungen». Auch Zürichs Kinder, Objekte staatlich geförderter «Sexualerziehung», sind Opfer dieses Kultur-Infarkts.

Der Kampf gegen die traditionelle Ehe und Familie wird heute vor allem von der staatlich geförderten Lesbo-, Gay-, Bi- und Transsex-Community (LGBT) geführt. Unlängst hat die Zürcher Stadtverwaltung einen neuen Buchstaben in die Kurzbezeichnung aufgenommen. Die Gruppe heisst nun LGBTI, weil auch die «Intersexuellen» dazu genommen wurden, von denen es in der Stadt Zürich auch noch ein paar hat.

Kind der Achtundsechziger

Angefangen hat LGBTI natürlich ebenfalls in der 68er-Bewegung mit Simone de Beauvoir (1908-1986), Herbert Marcuse (1898-1979) und dem Christopher Street Day (1969). Die toxischen Wurzeln der sexuellen Beliebigkeit reichen jedoch weiter zurück zu den beiden Vätern der «Sexuellen Revolution, dem Marxisten Wilhelm Reichi (1897-1957) und dem Sado/Masochisten Alfred C. Kinsey (1894-1956).

Wenn ich von toxischen Wurzeln schreibe, ist es klar, dass wir uns wieder im Infarkt-befallenen Gewebe der Zürcher Gesellschaft befinden. Im Unterschied zu Dada und Rietberg ist dieser Infarkt jedoch nicht bestrebt, sich zu verstecken. Ganz im Gegenteil. Die eiternde, übelriechende Wunde wird vor der ganzen Gesellschaft ausgebreitet. Die LGBTIs wollen endlich gleichberechtigt und gesellschaftlich gewürdigt sein. Was über Jahrhunderte als psychische Krankheit, Identitätskrise oder Sünde taxiert wurde, soll nun von der Gesellschaft als normal und gut akzeptiert werden. Und wehe demjenigen, dem unachtsam ein abschätziges Grinsen entweicht! Er riskiert maximal eine Klage beim Europäischen Gerichtshof fiir Menschenrechte.

Es handelt sich also einmal mehr um einen nivellierenden Kultur-Infarkt, der die Unterscheidung in Richtig und Falsch, in Gut und Böse, nicht ertragen kann. Man bewertet Exzellenz wie billige Beliebigkeit. Für die Anarchos gibt es nur eine legitime Moral: Die der eigenen Lust und des eigenen Willens. Ihre Definition von Familie ist uferlos: Wo Erwachsene und Kinder zusammen sind, da ist Familie. Ob die Erwachsenen hetero, homo oder trans sind, ist völlig egal. Ist ja alles gleichbedeutend und gleichwertig. Völlig klar, dass die LGBTI-Lobby auch das Zeugungs- und Adoptionsrecht für alle sexuellen Spielarten verlangt.

Die nächsten Gruppierungen, deren sexuelle Verirrungen ebenfalls in den Stand der Familie erhoben werden sollen, stehen wohl schon draussen vor der Tür. Aus 68er-Perspektive ist es nicht einzusehen, warum den Sado/Masos, den Pädophilen und den Zoophilen das gesellschaftliche Prädikat vorenthalten werden sollte.

Persönlich muss ich es nicht wissen, ob eine Frau mit einer Frau zusammenlebt. Oder ob ein Mann findet, er sei eine Frau und das Schnäbi müsse weg. Solche Personen tun mir leid, weil ihre Identität von einer seelischen Störung in Unruhe versetzt wird. Das ist zwar traurig. Aber die Leute sind erwachsen. Sie dürfen selber entscheiden, ob sie aus ihrem Leben das Optimum herausholen wollen, oder ob sie sich mit weniger zufrieden geben. Es steht ihnen frei, ihren Weg unbeirrt weiterzugehen oder sich helfen zu lassen.

Jedoch finde ich es voll ätzend, dass diese Leute ihre sexuelle Volatilität vor der ganzen Gesellschaft ausbreiten müssen. Zudem kommt es einer Kampfansage gleich, dass die LGBTIs alles daransetzen, unsere Kinder in Kindergärten und Schulen von den Vorzügen ihrer Lebensentwürfe zu überzeugen. Dieses Fass ist längst übergelaufen. So wehren sich Elternlobbys und christliche Kreise in den letzten Jahren vehement gegen die manipulative Sexualisierung von Kindern. Erst gerade, im Juni 2013, musste das Kompetenzzentrum «amorix» der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz seinen Betrieb einstellen. Die Zielsetzung der «Fachstelle» sowie die fragwürdige Finanzierung durch das Bundesamt für Gesundheit hatten zu massivem öffentlichem Protest geführt.

Dass LGBTI usw. auch die Zürcher Kinder für ihr Anliegen gewinnen wollen, ist kein Geheimnis. Deutlich und offen liegen ihre Ab s ichten vor. Jüngst im Antwortschreiben des Stadtrats auf das Postulat von Peider Filli (Grüne) betreffend der Fachstelle für Schwule und Lesben, datiert vom 20. März 2013. Der begleitende Bericht «Mandatserweiterung der Fachstelle für Gleichstellung auf Themen zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität » spricht Bände. Redundant äussert die Lobby »- den Wunsch, in Schulen über die Lebensführung der LGBTI-Menschen zu unterrichten.

Sexuelle Beliebigkeit

Total fair! Die konservative Familienmoral wurde aus den Klassenzimmern verdrängt, um den Kindern sexueller Beliebigkeit Tür und Tor zu öffnen. Unsere Kinder sollen nun also lernen, dass eine auf Ergänzung angelegte, treue, lebenslang glückliche ‘- Ehe denselben Respekt verdient, wie eine sexuelle Partnerschaft zwischen Homos und Lesben. Die Knirpse sollen lernen, dass eine gedeihende Familie denselben Stellenwert hat wie flüchtiges Patchwork, Einelternfamilien oder gleichgeschlechtliche Regenbogenfamilien.

Das passt in unsere Zeit! Es wird nivelliert auf Teufel komm raus. Liebe und Promiskuität werden einander gleichgestellt. Gesunde Identität und psy- 4 chotischer Borderline werden als gleichwertig angepriesen. Natürlich müssen die schlimmsten Realitäten auch hier ausgeblendet werden. Sonst würde der Schwindel ja auffliegen. So werden Kinder in den Schulen nicht über die tragischen Schattenseiten der frei gewählten sexuellen Laufbahnen orientiert. Längst sind z.B. erhöhte Morbidität, Suchtanfälligkeit und Suizidalität im Homomilieu wissenschaftlich erwiesen. Längst weiss man um die exzessive Promiskuität und die daraus resultierende Einsamkeit vieler Homos. Und wer bereitet die Kinder darauf vor, wenn sie als Transsexuelle auch im «neuen» Geschlecht keine Heimat finden?

Was hier abläuft ist Verstörung der Kinder. Und sie wird munter betrieben! Immer öfters bilden die Massenmedien die frei fliessende Geschlechtlichkeit der Menschen ab. Frauen mit einem geschminkten Bart. Oder die hochschwangere «Frau» .6 aus den USA mit Männergesicht und richtigem Bart. Oder die toupierten «Männer» mit Stöckelschuhen und Federboa. In peppigen Fernsehserien für die ganze Familie wird LGBTI usw. frei Haus geliefert. Kürzlich wurde ein Fall aus Deutschland publik, dass Eltern sich wegen des Lehrers ihrer Kinder beschwerten. Der Mann kam eines Nachmittags plötzlich in Frauenkleidern zum Unterricht. Seine frei fliessende Sexualität hatte sich über die Mittagszeit heftig verändert und nach einem femininen Coming-out verlangt!

Daniel Regli 11′

Das Buch Der Schwerpunkt-Artikel über die Sexualisierung der Kindheit entstammt Daniel Reglis soeben erschienenem neuem Buch «Dada, Rietberg und der Zürcher Kultur-Infarkt». Dieses Buch nimmt unerschrocken Stellung zu irrlichternden Entwicklungen in der Zürcher Kulturszene einerseits, zu unter kulturellem Deckmantel erfolgenden Frontalangriffen auf die traditionelle Ehe und Familie andererseits.

«Ein Kind ist kein sexuelles Wesen»! 

Es ist in der Tat so, dass eine kindliche Sexualität existiert, nur werden gemäss der modernen Psychoanalyse und Bindungstheorie die Bedeutung der Sexualität relativiert und die Wichtigkeit nicht sexueller Bedürfnisse für den Verlauf der Entwicklung hervorgehoben. Der Sexualkundeunterricht im Kindergarten erfolgt in einem zu frühen Alter, ausserdem wäre entsprechend geschulte Handlungskompetenz für die Lehrpersonen nötig (wie soll das so kurzfristig erfolgen?). Und zu Beginn der Primarschule wie der Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud, auch entdeckt hat unterliegen die Kinder der Latenzphase, das heisst: Interesse an Sexualität vollziehen die Kinder nach eigenen Regeln der Exploration, und da sollten eben die Erwachsenen auch nicht mit Übereifer hinein-erziehen. So spricht doch alles gegen den zu frühen Sexualkundeunterricht.

Mirjam Gabutti, Riehen
Leserbrief: Die kindliche Sexualität; BaZ 21./27.8.13 

Eltern wollen Fall weiterziehen

Basel. Mit dem Entscheid des Appellationsgerichtes Basel-Stadt von vergangener Woche wird die Sache «Sexbox» nicht ad acta gelegt. Ein Basler Elternpaar fasst ins Auge, das Bundesgericht anzurufen. Im Interview mit der BaZ erklären Ulrike und Andreas Walker, warum sie sich vom Staat in ihren Rechten beschnitten fühlen und welche problematischen Annahmen ihrer Meinung nach dem neuen Sexualkundemodell zugrunde liegen. Für besonders stossend halten sie die Geschichte dieser Vorstellungen. Begriffe wie «Sexualität des Kindes» seien von Pädophilen geprägt worden, die so im Zuge der «sexuellen Revolution» ihre Neigungen verschleiert hätten. hws

Ein Basler Elternpaar will weiter gegen staatlich diktierten Sexualkundeunterricht vorgehen.«Die Auffassungen der Eltern werden verdrängt.» Ulrike und Andreas M. Walker sind die Eltern von vier schulpflichtigen, Kindern und sammeln Unterschriften für eine nationale Initiative gegen das Sexualkunde-Obligatorium. Foto MIchael Koller, Von Mischa Hauswirth, Basel. Das Ehepaar Ulrike Walker (48), und Andreas M. Walker (48) aus dem, Gellert-Quartier pocht auf sein Recht, Eltern sein zu dürfen und will nicht, dass Staat und Schule den Kindern im, Kindsgi und den ersten Primarklassen, ihr Weltbild von Sexualität aufzwingen, darf. Doch genau das ist seit einer, Woche der Fall. Die Eltern blitzten mit, ihrem Rekurs vor dem Appellationsgericht, Basel-Stadt ab. Im Gespräch mit, der BaZ erklären die beiden,  um was, es ihnen geht,  warum sie der aktuellen, Sexualpädagogik misstrauen und, warum der Kampf noch nicht zu Ende, ist., BaZ: Befürworter des neuen Sexualkundeunterrichts, halten Sie für konservativ , und fortschrittsfeindlich. Was sagen Sie, zu diesen Vorwürfen?

Andreas Walker: Die Befürworter, argumentieren schablonenhaft und, schrecken vor Propaganda nicht zurück.,

Wäre eine Kombination zwischen einer, Sexualkunde durch die Eltern und der, Schule nicht denkbar?

Ulrike Walker: Bei einer Kombination, sollten die Eltern entscheiden können, ob und in welcher Form sie diesewollen. Wir dürfen nicht übersehen, dass der Weg,  den die Behörden mit, ihrem Obligatorium beschreiten,  die, Auffassungen der Eltern verdrängt., Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich:, Ein Welt- und Menschenbild, soll den schulischen Sexualkundeunterricht, dominieren,  obwohl die, Schule eigentlich ein Ort der neutralen, Wissensvermittlung sein soll. Die, Zusicherung,  «die Verantwortung, liege ganz bei den Eltern» und «die, Schule sei nur unterstützend»,  glaube ich nicht.

Und was ist mit den Eltern,  die bei der, Aufklärung ihrer Kinder Unterstützung, wünschen?,

Ulrike Walker: Wer Hilfe wünscht, soll diese bekommen,  wie etwa beim, Bruchrechnen oder Französisch auch., Ich kenne keine Eltern in Kindergarten, und Anfang Primar,  die sich, vom Thema Sexualität überfordert, fühlen. Dies sind Ausnahmen,  die, nicht zur Regel erklärt werden dürfen., Allerdings ist die Prävention vor, Missbrauch sehr wichtig.

Andreas Walker: Die Politik richtet, sich nach dem Grundsatz,  Minderheiten, zu schützen und zu stärken., Offensichtlich gibt es heute eine, Minderheit von Eltern,  die mündig, und bereit ist,  Verantwortung zu, übernehmen,  die Eltern sein wollen, aber denen keine Minderheitenrechte, zugestanden werden. Es stellt sich die, Frage,  ob auch intakte Familien mit, konservativer Sexualethik Toleranz, und Liberalität einfordern dürfen.Rund die Hälfte aller Paare lassen sich, scheiden,  Kinder wachsen nur bei einem, Elternteil oder in Patchworkfamilien auf., es gibt weniger klassische Familien als, früher.

Ist es da nicht logisch,  dass sich, die Schule diesen neuen Verhältnissen, anpassen muss?

Andreas Walker: Anpassung inwiefern?, Diese Studien fokussieren einseitig, auf sogenannte Problemfamilien, und Problemkinder. Man kann, sich durchaus fragen,  ob da nicht eine, gewisse Ideologie dahintersteckt.,

Wie ist das zu verstehen?

Andreas Walker: Wir haben in den, Sozialwissenschaften oft nur den, Blick für das,  was schlecht läuft oder, krank ist. Warum interessiert sich der, Staat so wenig dafür,  warum funktionierende, Familien erfolgreich sind?, Es ist eine Tragödie,  dass Forschung, mit einem konservativen Ansatz, zurzeit nicht stattfindet. Vielleicht, brauchen wir neue Universitäten mit, einem anderen Blickwinkel ähnlich, wie in Amerika,  wo es Universitäten, für Republikaner und für Demokraten, gibt.

Ulrike Walker: Der heutige Ansatz besteht, darin,  Symptome zu bekämpfen, statt sich zu fragen,  warum die Familie, als traditionelles Modell immer noch, so erfolgreich und beliebt ist.

Andreas Walker: Wir reden heute in, der Gesellschaft viel von Nachhaltigkeit. Die Familie ist das nachhaltigste, Modell,  was die Fortpflanzung und, Kindererziehung betrifft.

Also fördern Bund und Kantone die, falschen Studien?

Andreas Walker: Wir stellen in der, Tat eine Ungleichheit fest. Konservative, führen immer wieder ins Feld, dass für Sexualerziehung und Familienfragen, der gesunde Menschenverstand, ausreiche,  es brauche keine, Forschung. Religiöse Kreise sagen,  es, stehe in der Bibel,  darum brauche es, keine Forschung. Auf der anderen, Seite gibt es Kreise,  die im sozialdemokratischen, Gedankengut verankert, und an den Universitäten in, den Sozialwissenschaften sehr präsent, sind. Konservative und religiöse, Kreise sollten sich überlegen,  ob ihre, Haltung noch zielführend ist und in, welcher Form sie der fachlichen Diskussion, begegnen wollen.

Ulrike Walker: Ich bin in der DDR, aufgewachsen und kann Ihnen aus eigener, Erfahrung versichern,  dass hier, in der Schweiz der real existierende, Sozialismus weiterwächst,  er wird, aber nicht mehr als solcher erkannt, weil er in perfider Weise längst verinnerlicht, wurde.

Ist der Vergleich mit der DDR nicht übertrieben?

Ulrike Walker: Nein,  es gibt offensichtliche, Parallelen. In der ehemaligen, DDR hatte der Staat sehr viel, Macht,  und in der Schweiz baut er, seinen Einfluss ideologisch vergleichbar, und kontinuierlich aus.

Andreas Walker: Es steht zwar, nirgends mehr Marxismus drauf, aber vielerorts steckt er drin. Darum, ist der Ausgang des Gerichtsverfahrens, eigentlich nicht weiter verwunderlich. Wieso?

Andreas Walker: Wir waren erstaunt, dass der Gerichtspräsident, SP-Mitglied und der Vize-Gerichtspräsident, bei den Grünen ist. Das, sind Parteien,  die ein anderes Staatsverständnis, haben als wir. Ich begreife, dass der Gerichtspräsident, uns nicht verstanden hat,  weil er aus, seiner sozialdemokratischen Sicht, wohl ein Weltbild hat,  in dem der, Staat für alles verantwortlich sein, soll und darf.

Ulrike Walker: Aus Sicht des Gerichtspräsidenten, ist das Obligatorium, für Sexualkundeunterricht im, Kindergarten stimmig,  und unsere, Argumente fanden kein Gehör.

War das Urteil ideologisch?

Andreas Walker: Das schriftliche, Urteil haben wir noch nicht erhalten, wir stützen uns auf unsere persönlichen, Eindrücke der mündlichen Verhandlung.Wir haben den Eindruck, dass hier Mechanismen wirken,  die den Staat in sich stärken. Wir haben ja, nie Unrecht bekommen,  das Gericht, nahm einfach eine Güterabwägung, vor. Es wurde Kinderrecht gegen Elternrecht und öffentliches Interesse gegen Familienrecht ausgespielt.

Ulrike Walker: Es ist wie ein geschlossener Staatsapparat, der in sich funktioniert. Sie kritisieren die fachlichen Grundlagen, die zu diesem Sexualkunde-Modell geführt haben. Warum?

Andreas Walker: Weil es keine fachliche Verifizierung gibt. Eine Qualitätssicherung der Studien hat nie stattgefunden, eine Evaluation der Massnahmen ist nicht vorgesehen. Man geht einfach von ihrer Richtigkeit aus, weil sie mit Staatsgeldern finanziert wurden. «Ich begreife, dass der Gerichtspräsident uns nicht verstanden hat, weil er Sozialdemokrat ist.» Die heutige Sexualkunde operiert mit dem Begriff «kindliche Sexualität». Was stört Sie daran?

Ulrike Walker: Hier geraten wir in eine Strömung, die gefährlich ist. Der Begriff wurde in den 1980er-Jahren von Sexualwissenschaftlern eingeführt, die der Pädophilie nahestanden. Bis heute stützt sich die Fachwelt darauf ab und sagt, jedes Kind hat das Recht, seine Sexualität zu entdecken und zu leben. Das ist alarmierend, weil so die Grenzen zur Pädophilie verschwimmen. Ein Kind sucht Geborgenheit und nicht Erotik, es ist kein sexuelles Wesen.

Andreas Walker: Alice Schwarzer greift solche Begriffe und Zusammenhänge scharf an. Eigentlich sollten wir in der Schweiz ein Moratorium fordern, solange in Deutschland die Untersuchung wegen den Grünen und der Pädophilie läuft. Laut Psychotherapeut Jürgen Lemke waren Pädophile «Trittbrettfahrer» der sexuellen Revolution und schafften es, ihren Standpunkt bis in die Wissenschaft zu verbreiten. Ich vermisse eine kritische Auseinandersetzung der Sexualpädagogen mit ihren Quellen und Begriffen. Das macht misstrauisch. Ihnen wird vorgeworfen, Sie würden sich gegen die neue Unterrichtsform wehren, weil sie das Thema gleichgeschlechtliche Paare behandelt.

Sind Sie homophob?

Ulrike Walker: Hier zeigt sich ein weiteres Beispiel ähnlich zur DDR. Wer sich der staatlichen Propaganda nicht unterordnete, wurde als Klassenfeind stigmatisiert. Heute braucht es sehr wenig, um als homophob oder rassistisch gebrandmarkt zu werden. Ich habe keine Berührungsängste gegenüber andersartigen Menschen und möchte, dass meine Kinder vor jedem anderen Respekt haben und Anstand zeigen, egal welche Meinung er vertritt. Dafür möchte auch ich meine Ansicht vertreten dürfen, ohne gleich als «prüde» und «weltfremd» schubladisiert zu werden.

Welche Rolle spielt das christliche Fundament bei Ihrer Einstellung?

Ulrike Walker: Dass viele konservative Eltern, die sich schwertun mit diesem frühen und progressiven Sexualkundeunterricht, einen christlichen Hintergrund haben, möchte ich nicht bestreiten. Uns geht es um einen würdevollen Umgang mit Sexualität, der jenseits eines triebgesteuerten und menschenunwürdigen Auslebens von purer Lust liegt.

Andreas Walker: Wir dürfen nicht vergessen, dass eine Auseinandersetzung mit Sexualethik in der Kirche seit Jahrtausenden stattfindet, weil es darum geht, dass wir nicht einfach Tiere, sondern Menschen sind. Dabei geht es primär um Beziehungen.

Wie geht es jetzt nach diesem Gerichtsentscheid weiter?

Andreas Walker: Der Kanton Basel- Stadt hat in der Sache entschieden. Ob das Bundesgericht oder der Europäische Menschengerichtshof zum gleichen Schluss kommen, ist offen. Wir prüfen die nächsten Schritte. Offensichtlich werden konservative Eltern in Basel vom Staat nicht mehr verstanden und akzeptiert. Deshalb braucht es neue Überlegungen, wie man seine Eltern- und Familienrechte einfordern kann.

Ulrike Walker: Unsere nationale Initiative hat bereits 77000 beglaubigte Unterschriften, auch viele junge Erwachsene zeigen ein grosses Interesse daran. Wir sind zuversichtlich, dass wir bis Dezember die nötigen 100 000 Unterschriften erhalten.